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Gesellschaft für die
Prävention und Bekämpfung
von Krankheiten des Magen-
darmtrakts und der Leber

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Der informierte Patient
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Psychotherapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen - Warum und wann?
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Inhaltsverzeichnis
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1.1 Einleitung
Bei der Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (Morbus
Crohn, Colitis ulcerosa) machte die Medizin in den letzten 20 Jahren
deutliche Fortschritte. Schon sehr bald wurden Ärzte darauf aufmerksam,
dass bei diesen Patienten in einzelnen Fällen die psychosoziale
Situation, Belastungsfaktoren in der Lebensgeschichte oder die
individuellen Stressbewältigungsstrategien den Verlauf mitbestimmen. Die
Mehrdimensionalität von Krankheit, d. h. das gleichzeitige Auftreten
von verschiedenen Erkrankungen,
insbesondere von psychischen Störungen ist hier wichtig. Das depressive
Syndrom hat bei chronischen Krankheiten einen besonderen Stellenwert.
Seine Häufigkeit liegt bei Patienten in Phasen der akuten
Verschlechterung bei ca. 20-30 %. Das Erkennen dieser Symptome und deren
richtige Bewertung für den Verlauf sowie die fachgerechte Therapie ist
für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen besonders
bedeutsam. Hier ist die Zusammenarbeit verschiedener Fachärzte gefragt,
die auch unter dem Aspekt ambulanter und stationärer Behandlung gut
koordiniert werden muss. Der Tätigkeitsbereich von Allgemeinärzten,
Internisten, Psychiatern, ärztlichen und psychologischen
Psychotherapeuten, Psychologen, Psychotherapeutischen Medizinern und
Soziotherapeuten ist hier angesprochen.
Dem Leser dieser Broschüre soll auf der Basis des aktuellen anerkannten wissenschaftlichen Kenntnisstandes verdeutlicht werden
- welche Bedeutung psychosozialen Belastungen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen im Einzelfall zukommen kann
- welche typischen Belastungen - auch welche zunächst nicht so offensichtlichen - dazu zu zählen sind
- welche Kennzeichen einer Depression er möglicherweise an sich selbst beobachten kann
- welche psychotherapeutischen Hilfen es gibt, und wer diese Leistung erbringt
Daneben soll auch ein kurzer Einblick in psychologische und biologische
Zusammenhänge ermöglicht werden, um zu verdeutlichen, dass psychische
Beeinträchtigungen nichts mit persönlichem Versagen, Schuld oder
Schwäche zu tun haben, wie es landläufig häufig noch vermutet wird, und
dass sich diese Störungen nicht durch "Zusammenreissen" oder "gut
Zureden" im Sinne von "es wird schon wieder" beseitigen lassen, ja dass
ein Unterlassen einer fachgerechten Behandlung - und das schliesst
manchmal eine Therapie mit Psychopharmaka mit ein - zu ernsten
Konsequenzen, eventuell auch zu einer Verschlechterung der chronisch
entzündlichen Darmerkrankung, führen kann.
Im Anhang ist eine Auswahl von Adressen einiger Kliniken aufgeführt, die
Erfahrung mit der psychosomatischen Behandlung von Patienten mit
chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben.
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